Produktion und Absatz

Importe und Exporte von Zement und Zementanteilen

in 1’000 Tonnen

Zementlieferungen nach Sorten

in Millionen Tonnen

Zementlieferungen (langfristige Entwicklung)

Klima und Energie

«Der entscheidende Hebel auf dem Weg hin zu Netto-Null liegt für die Zementindustrie in den Schlüsseltechnologien CCUS. Dazu braucht es eine leistungsfähige und schweizweite Transport- und Speicherinfrastruktur. Dieses Generationenprojekt von nationaler Bedeutung kann die Zementindustrie jedoch nicht allein stemmen.»

Die Zementindustrie steht hinter Netto-Null-2050

Die Zementindustrie ist bereit und in der Lage, ihre Ambitionen hin zu Netto-Null 2050 in die Realität umzusetzen. Das sind keine Lippenbekenntnisse: Seit Beginn der 90er-Jahre hat die Industrie ihre CO2-Emissionen fast halbiert.

Die CO2-Reduktion stellt die Zementproduzenten vor ganz besondere Herausforderungen. Beim Herstellungsprozess von Zement entsteht bei der Verbrennung von Kalkstein und Mergel unvermeidbar CO2 – diese chemische Reaktion ist untrennbar mit der Herstellung von Zement verbunden. Um schädliche Umweltemissionen zu reduzieren, wird der Anteil des CO2-intensiven Klinkers im Endprodukt Zement kontinuierlich verkleinert. Anstelle des Klinkers kommen in neuen Formulierungen Ersatzstoffe zum Einsatz, die den Zement gleichermassen leistungsfähig halten und seine Materialeigenschaften und Dauerhaftigkeit nicht beeinträchtigen.

Nebst den innovativen Bestrebungen bei der Reduktion des Klinkeranteils ersetzt die Zementindustrie zudem konsequent fossile mit alternativen Brennstoffen und reduziert damit die CO2-Emissionen deutlich. Dies mit dem Ziel, rund 60 Prozent biogene Brennstoffe – also nachwachsende pflanzliche und tierische Energiequellen – zu verwenden. Auch die Verwertung von Betonabbruch im Sinne der Kreislaufwirtschaft trägt wesentlich zur klimaneutralen Zukunft bei und schont die natürlichen Ressourcen. Wo technisch möglich und sinnvoll, wird das Rohmaterial aus Steinbrüchen bereits heute durch alternative Materialien ersetzt.

Die Schweizer Zementindustrie hat ihre Absichten in einer Netto-Null-Roadmap festgehalten und setzt alles daran, die Ambitionen auch unternehmerische Realität werden zu lassen. Der entscheidende Hebel liegt dabei in der Abscheidung der unvermeidbaren CO2-Emissionen am Kamin und deren dauerhafte Lagerung bzw. Verwertung. Beim sogenannten Carbon Capture Storage (CCS) oder Carbon Capture Use (CCU) handelt es sich um ein Generationenprojekt von nationaler Bedeutung. Wird das CO2 mittels chemischer Prozesse in andere Rohmaterialien wie synthetische Treibstoffe umgewandelt, spricht man von CCU. Wird das CO2 hingegen langfristig im Untergrund gespeichert, ist die Rede von CCS. Beide Varianten sind eine technologische Herkulesaufgabe, welche die Zementindustrie weder finanziell noch organisatorisch alleine stemmen kann. Einerseits stehen für die Unternehmen grosse Investitionen im Umfang von rund CHF 500 Mio. und mehr pro Anlage an, um an ihren Werken Carbon Capture Infrastruktur zu bauen. Dazu kommen hohe Aufwände und Kosten für den Betrieb der Anlagen. Dafür braucht es Planungs- und Investitionssicherheit durch stabile regulatorische Rahmenbedingungen. Andererseits bedarf es einer schweizweiten Transport- und Speicherinfrastruktur für CO2. Dazu müssen Transportwege gebaut und betrieben, einheitliche Kosten- und Qualitätsstrukturen etabliert und langfristig ein funktionierender Markt geschaffen werden. Dies kann nur im Verbund zwischen Industrie, Betreibern und dem Staat gemeistert werden. Auch die Verfügbarkeit von ausreichend CO2-freier Energie zu kompetitiven Preisen ist eine kritische Voraussetzung für die Implementierung von CCUS in der Schweiz. Die Zementindustrie ist bereit, einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau und Betrieb dieser Schlüsseltechnologien zu leisten.


Alternative Brennstoffe

in Kilotonnen

Gesamtenergieverbrauch der Zementwerke

in Petajoules

Substitutionsgrad

Energiesubstitutionsgrad durch alternative Brennstoffe in Prozent

CO2-Index

in Prozent, Basisjahr 1990

Brennstoffverbrauch zur Klinkerproduktion

in Petajoules

CO2-Emissionen der Schweizer Zementwerke 1992 – 2010

in Millionen Tonnen nach Quelle der Emissionen

CO₂-Emissionen der Schweizer Zementwerke 2011 – 2025

in Millionen Tonnen nach Quelle der Emissionen

Alternative Brenn- und Rohstoffe in der Zementindustrie

«In der Zementindustrie gehen die ökologischen und ökonomischen Vorteile der Abfallverwertung Hand in Hand. Mit ausreichend gesetzlichem Spielraum kann die Industrie einen noch wichtigeren Beitrag bei der Entsorgung von Sonderabfällen leisten – beispielsweise bei der Vernichtung von PFAS.»

Kaum eine Branche verwertet Abfälle so umfassend wie die Schweizer Zementindustrie. Sie nutzt Hitze und Rohstoffe zugleich und macht aus Stoffen, die anderswo problematisch wären, wertvolle Bestandteile eines neuen Produkts. Damit ist die Zementindustrie eine häufig unterschätzte Schlüsselindustrie der Schweizer Abfallwirtschaft. Für die Herstellung von Zement sind enorm hohe Temperaturen notwendig, welche durch die Erhitzung von Brennstoffen im Ofen erreicht werden. Statt der früher eingesetzten fossilen Brennstoffe kommen heute mehrheitlich alternative Brennstoffe zum Einsatz. Dazu werden Abfälle wie Kunststoff, Altöl oder Altreifen besonders effizient verbrannt. Auch organische Materialien wie Biomasse, Tiermehl oder Holzreste – sogenannte biogene Brennstoffe – werden bei der Zementproduktion ökologisch sinnvoll genutzt. Die Besonderheit im Vergleich zu anderen Verbrennanlagen: Abfälle werden sowohl thermisch wie auch stofflich verwertet. Das bedeutet, dass nicht nur Wärme im Ofen erzeugt wird, sondern die Wertstoffe aus dem Abfall auch gleich Teil des Produkts Zement werden. So fallen keine schädlichen Reststoffe mehr an. Mit der neuen, gesetzlich verankerten Abfallhierarchie wird diese stofflich-energetische Verwertung gegenüber der rein thermischen Verbrennung nun auch regulatorisch bevorzugt. Ein wichtiger Schritt, damit die Zementindustrie ihren ökologischen Beitrag für die Schweiz bestmöglich leisten kann.

Doch nicht nur bei der Frage der Brennstoffe setzt die Industrie zunehmend auf Alternativen. Um einerseits die primären Ressourcen wie Kalkstein und Mergel zu schonen und gleichzeitig den CO2-intensiven Klinkeranteil im Zement zu reduzieren, erforschen und entwickeln die Zementhersteller seit langer Zeit verschiedene Materialien, welche anstelle des Klinkers im Zement eingesetzt werden können. Dabei setzt sie auf Sekundärrohstoffe, die einen doppelten Nutzen bringen: Sie ersetzen nicht nur den Klinker, sondern verwerten auch Neben- und Abfallprodukte aus anderen Industrien – ohne Einbussen bei den positiven Produkteigenschaften des Zements in Kauf zu nehmen. Auch Mischabbruch oder kalzinierter Ton finden als alternative Rohstoffe den Weg in moderne Zementrezepturen.

Über die Verwertung von Abfällen als alternative Brennstoffe hinaus, kommt der Zementindustrie in Zukunft eine noch bedeutendere gesamtgesellschaftliche Rolle zu. Sogenannte Ewigkeitschemikalien, kurz PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) sind in aller Munde, da sie trotz zahlreicher vorteilhafter Eigenschaften auch gesundheits- und umweltschädliche Effekte haben. Die Unsicherheiten im Umgang mit PFAS wachsen in der Gesellschaft und Politik rasant. Eine der wohl drängendsten Fragen betrifft die Entsorgung der Chemikalien. Hier bietet die Zementindustrie eine in der Schweiz einzigartige Lösung: Die enorm hohen Temperaturen in Kombination mit einer vorteilhaften Calzium-Prozessatmosphäre machen die Zementproduktion zum idealen Partner für die kontrollierte Beseitigung von PFAS. Die Schweizer Zementunternehmen haben Analysen und Messungen bei der Entsorgung von PFAS durchgeführt und kommen zu einem erfreulichen Ergebnis: Nach Aufgabe der PFAS-kontaminierten Materialien an der Hauptflamme bei Temperaturen von ca. 1500°C werden über 99,9 Prozent der PFAS-Moleküle zerstört und sind im Abgasstrom nicht mehr nachweisbar. Die Chemikalien, die ansonsten aufwändig deponiert oder im Ausland entsorgt werden müssten, werden reststofffrei vernichtet. Damit eröffnet sich der Schweiz dank der Zementwirtschaft eine grosse Opportunität bei der Bewältigung der PFAS-Problematik. 

Die Schweizer Zementindustrie ist sich dieser besonderen Verantwortung im Bereich PFAS bewusst und bietet sich als Teil der Lösung zugunsten von Gesellschaft und Umwelt an. Dazu müssen die politischen Forderungen auf allen Staatsebenen sinnvoll koordiniert und in enger Absprache mit den betroffenen Branchen umgesetzt werden. Bei der Klärung der zahlreichen technischen Fragen übernehmen die Zementhersteller proaktiv eine Vorreiterrolle und führen systematische Analysen und Messungen durch.

Ob bei Brenn- oder Rohstoffen: Die Schweizer Zementindustrie setzt auf Alternativen und schafft damit als Partnerin der Abfallwirtschaft ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert. Nur in wenigen Industrien gehen solch positive Umwelteffekte Hand in Hand mit dem eigenen unternehmerischen Antrieb und ökonomischen Handeln. Die Unternehmen wären bereit, weitere alternative Brenn- und Rohstoffe zu nutzen und damit zusätzliche Mengen an Abfall (häufig Sonderabfälle) sinnvoll zu verwerten. Die geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen schränken dies jedoch häufig allzu stark ein. Politik und Behörden sind demnach gefordert, die Schweizer Abfallströme so zu öffnen, dass der ökologische und ökonomische Nutzen für die Gesellschaft und die Wirtschaft gleichermassen maximiert wird.

Forschungs­förderung

cemsuisse-Forschungsförderung 2025

cemsuisse engagiert sich bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der ambitionierten Ziele der Zement- und Betonindustrie in den Themengebieten Nachhaltigkeit, Normen und Technik unter anderem durch die aktive und finanzielle Unterstützung von herausragenden Forschungsarbeiten. Auch hierbei bildet die Kreislaufwirtschaft und deren Umsetzung in der Zement- und Betonbranche einen wichtigen Pfeiler.

ProjektnehmerOrganisationTitelBeschrieb
Winnie Matthes et al.TFBKarbonatisierungswiderstand von Hochbaubeton: Prüfungen an Musterbauteilen und zugehörigen Laborprüfkörpern nach 5 JahrenDieses Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Charakterisierung von Musterwänden, die fünf Jahre eingelagert wurden. Neben dem Karbonatisierungswiderstand werden auch Druckfestigkeit und Wasserleitfähigkeit an den Bauteilen untersucht.

Dr. Gisela Weibel et al.
Universität BernKVA-Schlacken in BetonanwendungenIn diesem Projekt wird durch die Universität Bern eine Machbarkeitsstudie zur Einsetzbarkeit von KVA-Aschen in Betonanwendungen durchgeführt. Dabei soll das sinnvolle Schliessen von Kreisläufen untersucht werden, ohne dabei eine Schwermetallsenke im Beton zu kreieren.
Dr. Gisela Weibel et al.Universität BernOptimierte Deponierung von HolzaschenDas Projekt will Lösungen zum optimalen und sicheren Einbau von Holzaschen auf Deponien erarbeiten. Dafür arbeiten die Produzenten von Holzaschen mit kantonalen und bundesstaatlichen Behörden sowie Deponiebetreiber zusammen.
Dominik Wlodarczak et al.CO2 Pipeline Schweiz AGStudie zum optimalen Design einer CO2-PipelineDie CO2 Pipeline Schweiz AG stellt die Entwicklung einer CO2 Logistikinfrastruktur in Aussicht. In diesem ersten Teilprojekt soll das optimale Design einer Pipeline zwischen Zürich und Basel erarbeitet werden. Berücksichtigt werden dabei technische Details, Anschluss an die Pipeline, CAPEX- und OPEX-Intensität sowie die Anbindung an das europäische Netz.

Über uns

Produktionsstandorte

Siggenthal
Holcim (Schweiz) AG
Wildegg
Jura-Cement-Fabriken AG
Péry
Ciments Vigier SA
Cornaux
Juracime SA
Eclépens
Holcim (Suisse) SA
Untervaz
Holcim (Schweiz) AG
Mitglieder

Geschäftsstelle

cemsuisse
Verband der Schweizerischen
Cementindustrie
Marktgasse 53, 3011 Bern
T 031 327 97 97
info@cemsuisse.ch
www.cemsuisse.ch

Dr. Stefan Vannoni
Direktor

Stephan Sollberger
Stv. Direktor, Leiter Nachhaltigkeit, Normen, Technik

Dominique Engelhart
Leiterin Kommunikation und
Public Affairs

Dr. Matthias Dahlkamp 
Projektleiter Nachhaltigkeit, Normen und Technik 

Sandra Monnier
Sekretariat

Pascale Gränicher
Sekretariat

Betonsuisse Marketing AG
Marktgasse 53, 3011 Bern
T 031 327 97 87
info@cemsuisse.ch
www.cemsuisse.ch

Patrick Suppiger
Geschäftsführer

Olivia Zbinden
Leiterin PR

Fachausschüsse

Vorstand

Präsident

Dr. Gerhard Pfister

Nationalrat

Vizepräsident

Marco Maccarelli

CEO, Holcim Central Europe West

Vorstandsmitglied

Olivier Barbery

COO, Vigier Holding AG

Vorstandsmitglied

Hannes Eisner

Managing Director Jura Materials

Vorstandsmitglied

Lukas Epple

COO & Head of Strategy at Vicat Group

Vorstandsmitglied

Klaus Födinger

Managing Director Jura Management AG

Vorstandsmitglied

Markus Rentsch

Head Cement Industrial Holcim Central Europe West